Tokyo – Kyoto im Superexpress

Bericht zum 21.09.2016 – Teil 1

Mein erstes Mal im Shinkansen. Äußerst entspannt. Das Ticket ist teuer, aber die Organisation lässt eigentlich wenig zu wünschen übrig. Gut, man hätte vielleicht mal irgendwo einen Streckenplan aufhängen können und die Benennung der Züge mit irgendwelchen Namen ist der Sache auch nicht förderlich, wenn man dann am Automaten wieder andere Namen verwendet.

Ich sitze z.B. gerade im Nozomi Shinkansen, aber den Namen findet man erst auf dem Ticket wieder. Es muss also noch einen weiteren Namen geben, denn am Automaten war das Wort Nozomi nicht zu finden. Der Zug an sich ist tadellos. Auf den Zentimeter genau hält der Nozomi am Bahnsteig. So etwas wie Wagenstandsanzeiger gibt es hier nicht, denn die Wagennummer steht direkt auf dem Bahnsteig.

So kann es auch gehen.
Vor dem Zustieg habe ich mir natürlich noch eine Ekiben und einen grünen Tee gekauft. Denn das Essen im Shinkansen gehört einfach dazu. Das hatte mir Judith vorher schon gesagt und so war es tatsächlich auch. Fast alle hatten eine Box vor sich und aßen gemütlich während der Fahrt. Da die Boxen kalt sind, ist kein Geruch wahrzunehmen. Vermutlich ein Grund, warum das toleriert wird.

Meine Box war (auf Empfehlung eines älteren Herren) eine Chicken Teriyaki Bento. Das hatte durchaus Ähnlichkeit mit dem Flugzeugessen und es war auch wieder diese grau-weiße Kugel dabei. Wenn jemand weiß (oder grau) was das ist, gerne einen Hinweis an mich. Bisher habe ich es offensichtlich überlebt.

Und während wir so mit gut 270 km/h von Tunnel zu Tunnel an der Pazifikküste entlangdüsen fällt mir auf, dass mein Fahrschein noch nicht einmal kontrolliert wurde. Das ist schon seltsam. Auch sonst wurde noch von keinem ein Fahrschein kontrolliert. Dabei läuft hier gewissenhafter Kontrolleur regelmäßig durch den Zug.

Er verbeugt sich bevor er den Wagen betritt (immerhin mindestens 15 in meinem Zug) und nachdem er einen Wagen verlassen hat dreht er sich auch nochmal um und verbeugt sich ein weiteres Mal. Er macht sich dann eine Notiz. Vielleicht wird nur kontrolliert, wenn die Anzahl der anwesenden Gäste nicht mit der Anzahl der im Computer vorhandenen Personen übereinstimmt? Schon komisch. Doch das ganze Auftreten des Schaffners war durchaus wohltuend. Man vergleiche das mal mit dem Geschnoddere bei der Deutschen Bahn. Auch wenn ein wenig Lockerheit sicherlich manchmal besser ist als Steifigkeit, so glaube ich doch, dass es nicht schadet sich mal ein wenig dem Gemeinzweck unterzuordnen. Vielleicht müsste die Bahn mal ein paar japanische Manager zu sich holen.

Diese Verbeugungsnummer fiel mir übrigens das erste Mal am Flughafen auf. Dort spielten sich Szenen ab, wo man problemlos ein DeathMetal-Soundtrack hätte drunter legen können. Ab und an dachte ich auch ich müsste mit meinen medizinischen Grundkenntnissen ein Schleudertrauma erstversorgen. Aber dem war nicht so. Das ist ein ganz normales Verhalten; über Jahre, ach was, über Generationen eingeübt und verankert.

Was die wohl über unser ständiges Händeschütteln denken? Welchen Soundtrack könnte man da drunter legen? Vielleicht die Musik aus dem Schulmädchenreport*?

*Die Idee kommt von einem sehr guten Freund (du weißt wer Du bist), der eben jenen Soundtrack mal zur Untermalung eines Filmes zu einer Kursfahrt in der Schule nutzte. Dem Lehrer gefiel es übrigens, denn er erkundigte sich interessiert nach der Musik. 🙂

Advertisements

2 Gedanken zu “Tokyo – Kyoto im Superexpress

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s