Karaoke

Bericht zum 23.09.2016 – Teil 2

Die Abendgestaltung am Freitag war klar. Es sollte Karaoke geben.

Das Wort Karaoke setzt sich übrigens aus Kara (空), japanisch für leer, und einer Verballhornung des englischen Orchestra zusammen.

Rebecca und Ruth, die Damen vom Vortag haben mittlerweile Namen bekommen, hatten noch zwei Deutsche, einen Amerikaner, einen Briten und einen Australier aufgetrieben. So waren wir eine bunte Truppe, die sich zunächst auf ein paar Drinks im Rigoletto im Bezirk Gion traf. Der Laden war ganz nett, hatte eine annehmbare Getränkeauswahl und war nicht hemmungslos teuer. Ein Bier schlug mit 4.40 Euro zu Buche. Auf der Toilette gab es jedoch noch ein First. für mich. Eine japanische Toilette. Schon der Eintritt war ein Fest, wie man hoffentlich sieht. Da war ich eigentlich schon verkauft und begeistert.

Da wirklich alles sehr sauber schien, habe ich das dann mal ausgiebig getestet. Es ist schon gewöhnungsbedürftig. Als mir der Wasserstrahl das erste Mal dorthin schoss wo die Sonne nicht scheint, wäre ich am Liebsten aufgesprungen. Aber ich hatte gelesen, dass das ein große Sauerei verursacht und man das nicht tun sollte. Also blieb ich sitzen und begann die diversen unleserlichen Knöpfe durchzuprobieren. Und da sind einige! Teilweise netterweise blingual, aber andere eben nicht. Der langen Rede kurzer Sinn, ich hab mich an das meiste gewöhnt, konnte mir aber ein albernes Lachen nicht verkneifen, als ich die Optionen so durchging. Spätestens als der Fön lauwarme Luft an meinen Allerwertesten beföderte, konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Das kannte ich bisher nur andersherum. Das Ende vom Lied: Alles sauber.

Ein paar Drinks später war dann schnell klar, dass wir noch in eine Karaokebar müssen. Gesagt getan. Die beiden Deutschen hatten eine hervorragende Straße des Nachtlebens aufgetan und dort gab es dann einen Laden für Karaoke, das Joysound. Karaoke ist hier Volkssport. Dabei ist es nicht unbedingt so, wie in Deutschland, dass man vor dem ganzen Laden singt, sondern man mietet sich als Gruppe einen eigenen kleinen Raum. Pro Person pro Stunde kostet das 1500 Yen (etwa 12,60 Euro) und alle alkoholischen Getränke sind dann auch mit drin. Auch das also nicht übertrieben teuer.

Stimmlich hatten wir in unserer Gruppe alles dabei. Von übermotiviert und grausam bis hin zu talentiert und schüchtern. Wo ich da einzuordnen bin überlasse ich denen, die schonmal mit mir Karaoke gesungen haben. Wenn man eine so kleine Gruppe ist, dann kann man eigentlich nicht viel tun, wenn einer grausam singt. Man kann das Lied vorher abbrechen, aber das ist auch unfair. Das Beste ist also selber möglichst viel zu singen, also möglichst viele eigene Songs in die Playlist zu schicken. Gesagt getan.

Lustig war es. Weniger lustig war der Heimweg, denn ab 0h/1h gibt es keine Busse mehr. Ich bin dann mit dem Briten zusammen nach Hause gelaufen. Was daran bemerkenswert ist, ist dass man sich in jeder noch so kleinen Straße zu keinem Zeitpunkt unwohl fühlt. Ein so sichereres Gefühl hatte ich glaube ich bisher noch in keinem Land, wenn ich nachts durch unbekannte Straßen gelaufen bin.

Respekt, Japan. Das macht ihr großartig (und über die Nummer mit den Schriftzeichen, da reden wir nochmal, das würde einiges vereinfachen). 😉

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