Viel Kohle für ein wenig Kies

Bericht zum 23.09.2016 – Teil 1

Der Tag begann mit einer Radtour. Ich wollte als erstes nach Arashiyama, um dort den Bambus Grove zu besichtigen. Der LP beschreibt diesen Ort als absolute Empfehlung und als magical place. Na, mal sehen. Mein deutlich zu kleines Fahrrad brachte ich mich einigermaßen sicher an mein Ziel und ich beschloß mal wieder das Pferd von hinten aufzuzäumen. Also statt rechts zum Haupteingang abzubiegen nahm ich den Pfad am Fluß entlang, schleppte mein treues Roß so einige Treppenstufen hoch und schob es sogar jenseits der Grenzen des Parks einen Berg hinauf. Immer in der Hoffnung, dass es sich irgendwie lohnen könnte.

Tatsächlich fand ich auf dem Weg einen ganz netten Ausblickspunkt. So hatte ich mir Japan irgendwie nicht vorgestellt, aber gefallen tut es mir. Wer gute Augen hat, der kann sogar einen Tempel im Grün erkennen.

Doch nun schnell wieder runter zum Bambus. Mein Flitzer ist zwar nicht unbedingt ein Downhill-Bike, aber mit guten Bremsen komme ich überall runter.

Der Bambuswald ist eine Enttäuschung. Eine der Damen die ich traf meinte schon vorher: „Das ist halt ein Bambuswald, das haben wir auch zuhause.“ Wie recht sie hatte. Nun habe ich zwar keinen Bambuswald zu Hause, aber das kann man sich wirklich getrost sparen. Hier verpasst man nichts.

Nach dieser Enttäuschung noch schnell einen Tempel hinterher. Die Beschilderung im Tempel ist.. nun ja.. ausbaufähig.

Der Rest ist in Ordnung. Umso mehr Besucher so eine Anlage aufnehmen kann, umso mehr scheint sie an Reiz einzubüßen. Schade, aber dennoch ist das hier mecker auf hohem Niveau. Ich habe es nicht bereut hier reinzugehen.

Danach ging es über Umwege weit nach oben hinaus. Hätte ich das geahnt, wäre ich vielleicht nicht mit dem zu kleinen Rad ohne Gangschaltung gefahren. Aber der Weg ist das Ziel. So lag z.B. diese schöne Bäckerei auf dem Weg. Kuchen, der so bunt ist wie Kinderspielzeug. Für mich ist das mittlerweile liebenswert typisch japanisch.

Nach einer kleinen Stärkung also weiter zum Tempel Kinkaku-Ji. Dazu eine Anmerkung. Wenn nichts mehr geht, dann kann man immer noch vergolden. Das war offensichtlich hier das Motto und deshalb heißt dieser Tempel nicht zu unrecht „Goldener Tempel“. Er ist sehr beeindruckend und ich würde sage, die Vergoldung hat sich gelohnt. Auch der umliegende Park ist ganz nett und so hat sich die Tour de Force den Berg hinauf gelohnt.

Dann bergab (was auch sonst, wenn man ganz oben ist) nach Daitoku-Ji. Der nächste Faux-Pas des LP. Dort ist angegeben „Free“. Doch von wegen. Ich habe dort den bisher teuersten Eintritt für eine im Vergleich recht enttäuschende Leistung bezahlt (immerhin etwas über 8 Euro für einen Tempel). Denn das ganze ist ein Gelände mit vielen einzelnen Tempels (ja, das ist der offizielle Plural). Und jeder will Eintritt haben. Nach dem zweiten (teuren) Tempel war mein Bedarf aber dann gedeckt.


So fahre ich weiter zum Philosopher’s Path, ein wenig Entspannung, die man kurioserweise in Tempeln nicht findet. Auf dem Weg kommt es zur bereits beschrieben Streetfood-Episode. Hier im @4 Bereich nachzulesen.

Der Tag endet mit einer Bilanz, der ich allerdings nicht traue. Vermutlich stimmen die Fahrradkilometer so halbwegs. Sport habe ich für heute genug gemacht. Doch jeder Meter war es wert und das Fahrrad in Kyoto eine super Sache. Empfehlenswert.

Nicht zu empfehlen ist mit dem Fahrrad durch den Nishiki Market zu schieben. Das sollte man nicht machen. Es geht, aber es geht nicht gut.
Zuhause angekommen, hieß es kurz verschnaufen, denn dann begann der Abend. Karaoke war der Plan. Wie das gelang erzähle ich dann im nächsten Post.

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