Määääääääääääm..bbbbbb…määääääääääm

Bericht zum 25.09.2016 – Teil 2

Ishigaki, ich bin da. Am südlichsten und westlichsten Zipfel Japans.

Angekommen bei subtropischen Temperaturen besorge ich mir an der Touristeninformation eine Karte der Insel und steige optimistisch in den Flughafenbus. Die Adresse aus der E-Mail-Bestätigung meiner Unterkunft auf Google Maps eingegeben habe ich auch schon einen Punkt, wo ich raus muss. Doch nun beginnt das Adressproblem wieder von neuem.
Die angezeigte Adresse ist falsch. Der Mann in dem Haus in dem ich lande ist überrascht und weiß nicht so recht was ich will. Ich dann eigentlich auch nicht mehr, entschuldige mich und drehe ab. Erster Versuch gescheitert. Doch es gibt noch eine Adresse. Die, die direkt bei AirBnb hinterlegt ist. Wenn ich die anklicke, werde ich auf die andere Seite der Hauptstraße, etwa 300m weiter, geschickt. Probieren wir das. Doch auch hier zeigt sich der Mann, den ich mitten in einem Telefonat störe und per Klingeln aus dem Haus hole, als überrascht. Er ist aber nett und ich zeige im die Adresse. Er überlegt ein wenig länger und beginnt dann in die Richtung zu zeigen aus der ich komme. Er spricht nur japanisch und doch höre ich Hatschi heraus. Ein Instinkt lässt mich zum Taschentuch greifen, doch das wäre jetzt falsch, denn Hatschi bedeutet 8 auf japanisch. Ich soll also in die 8. Straße. Straßenschilder finde ich auch hier nicht, ich werde das aber nochmal überprüfen. Zählen kann ich zum Glück auch so. Nach ausgiebigem Dank und einer Entschuldigung für die Störung beschließe ich das Adresssystem zur Hölle fahren zu lassen.

Bauchgefühl und die Fotos und Form vom Anwesen des Hostals sollen mich nun leiten. Zwischenzeitlich habe ich natürlich auch das Hostal nochmal angeschrieben, doch die antworten erst nach über 40 Minuten. Bis dahin bin ich mit meiner Guerillataktik schon längst am Ziel. Kurze Zeit später, in einer der Seitengassen, finde ich das Haus.

Bei diesen Temperaturen ist das wirklich eine Erleichterung. Ich kann mein Zimmer erst ab 15h beziehen, doch meinen Rucksack schonmal unten stehen lassen. Super. Fix die Joggingschuhe gegen FlipFlops getauscht und Sonnencreme und Schnorchel in den Rucksack gepackt, so kann es losgehen zum Erkundungsgang in die Stadt. Es ist mittlerweile halb zwölf und ich möchte den Tag möglichst gut nutzen, da der Taifun ja bald kommt. Da die Innenstadt nichts hergibt, suche ich eine Motorrollervermietung, um mich mobil zu machen.

Per Handy ist das ganze sehr unergiebig. Es gibt einfach keine vernünftigen Informationen. Google kennt die Namen der Anbieter nicht und bei den üblichen Englischkenntnissen hier ist ein Telefonat auch mehr oder weniger sinnlos. Zumal ich ja erstmal rausfinden müsste, wo denn diese Rentalshops überhaupt sind. Aber das steht nirgendwo. Ishigaki, Unternehmen, die Adressen und Google, das, was so wunderbar in der Heimat funktioniert, klappt hier fast gar nicht. Auch eine Erkenntnis. Ich schreibe daher meinem Hostel, ob die vielleicht eine Idee haben. Und tatsächlich nach wenigen Minuten eine Antwort. Ich kann dort einen Roller mieten. Perfekt. Also nichts wie ab zurück.

Die Konditionen für den Rest des Tages klingen fair. Für 1500 Yen müsste ich selber nachtanken und für 2000 Yen machen die das für mich. Ich entschließe mich für letzteres. Denn ich will schon ein paar Meter machen und für 500 Yen finde ich den Service OK. Ohne Vetrag, ohne irgendein Dokument vorgezeigt zu haben bekomme ich nach Vorkasse dieses Topmodell an die Hand gegeben.

Das Geräusch dieser Maschine ist im Titel ansatzweise nachzuvollziehen.

Und los geht die Reise. Yieehaah! Määäääääm….

Erstmal nach Yonehara, dem besten Strand zum Schnorcheln auf der Insel (eigentlich weltweit, wenn man das Lob so liest). Man muss dort nicht groß rausschwimmen, sondern kann wohl am Ufer schon so einiges sehen. Das klingt gut. Ich mache mich auf und fahre durch einen Landschaft, die mich (ohne je dagewesen zu sein) an Hawaii erinnert. Es ist sehr schön und die Wolken jagen zügig über die dunkelgrünen Wälder und Bergketten und erzeugen dabei eine dynamische attraktive Landschaft. Leider sind sie trotz ihrer Schönheit auch Vorboten des Taifuns.

Mein TöffTöff ist bei 60 km/h abgeriegelt. Das ist auch gut so, denn schneller möchte ich damit nicht unterwegs sein. Abgesehen davon ist auf großen Teilen der Insel 40 km/h das Geschwindigkeitslimit.

Dann erreiche ich den Strand.

Der Strand ist super. Ich bin begeistert und reiße mir die Klamotten vom Leibe verstaue Handy, Reisepass, Geld, Kreditkarte und den Mopedschlüssel in wasserdichten Verpackungen, die man sich um den Hals hängen kann. Den Rest stelle ich im Rucksack neben eine japanische Familie, die sich mit mitgebrachten Stühlen und Tischen ein kleines Lager aufgebaut hat. Ich bitte sie, ein Auge auf die Sachen zu haben, was sie mir auch zusagen. Also Schnorchel und Brille auf und rein. Der Kauf hat sich damit schon gelohnt, den zu leihen gab es da weit und breit nichts.

Der Tauchgang war ganz schick. Ich habe viele bunte, einen anhänglichen (der ist immer Kreise um mich herum geschwommen und hat mich dann angestarrt), ein paar Clownfische (die sind so winzig und doch seit dem Film Finding Nemo so sympathisch) und einen verdammt großen Fisch gesehen. Dann noch ein paar Seegurken, eine Seenadel und viele kleine leuchtend blaue Fische. Der obligatorische Taxifisch war natürlich auch dabei und auch ein verrückter (ich nenn ihn mal Picassofisch) Fisch war dabei. Es ist alles ziemlich flach und das, obwohl ich bei Hochwasser da war, wie ich später rausfinden sollte. Nach ca. einer Stunde bin ich wieder raus, hab mich umgezogen und bin weiter auf Erkundungstour gegangen. Um in der Sonne zu braten war es viel zu warm. Die Luft vom Mopedfahren war ein willkommener Nebeneffekt.

Nächstes Ziel war ein Aussichtspunkt mit einem Leuchturm. Klingt unspektakulär, aber war es wert.

Der Wind bließ stark, doch mein Drang nach oben ließ mich den vorgelagerten Felsen erklimmen.

FlipFlops sind kein guter Kletterschuh, überraschen mich aber immer wieder. Oben angekommen war der Ausblick fantastisch.

Diesen Felsen kann man ebenfall beklettern, dazu muss es aber low tide sein. Vielleicht ein andernmal. Meiner war ohnehin höher. 🙂

Da es aber recht windig war und ich keine große Lust verspürt habe mich nach einer Böe unverhofft im Wasser oder auf den Felsen wiederzusehen, begann ich bald wieder den Abstieg.

Meinem Motto folgend, nahm ich mit dem TöffTöff natürlich den längsten direkten Weg nach Hause. Und just als ich mal wieder dachte ich bin völlig allein, da parkten auf einmal am Straßenrand ein paar Autos. Komisch, dachte ich, wie in Kalifornien, wo man auch manchmal einfach am Straßenrand an der Küste verdächtig viele Autos stehen sieht, obwohl da eigentlich nichts ist. Dort ist dann ein Surfspot. Und so war es auch hier. Surfer.

Ich traf den bisher einzigen Menschen auf der Insel der Englisch sprach. Nach bestimmt 50 Versuchen hatte ich das eigentlich schon aufgegeben. Er kam allerdings aus Tokio und lebte für zwei Jahre hier, um sich um sein Paragliding-Unternehmen zu kümmern. Wir kamen ins Reden und beim philosophieren über die Wellen stellte sich heraus, dass dieser Spot nur bei Hochwasser (also nur ca. eine Stunde) funktioniert und heute durch den Wind ohnehin nicht. Unser beider Hoffnung war, dass der Taifun vielleicht nachdem er weg ist noch ein paar Wellen dalässt. Mal sehen, vielleicht klappt das ja doch noch mit dem Surfen in Japan. In meiner aktuellen Unterkunft liegen ein paar Surfbretter im Garten. So etwas ist ja meist kein Zufall.

Dann fuhr ich weiter. Der Sonnenuntergang näherte sich und ich beschloß mit einem guten Mahl den Tag zu beschließen. Der einzige Tempel (tatsächlich ein chinesisches Grabmahl, um an ein an dieser Stelle zerschollenes (oder zerschelltes) chinesisches Boot mit 128 Personen zu erinnern, das auf dem Weg in die USA war) war ein Foto wert.

Die Location zum Essen war direkt gegenüber und exzellent gelegen. Das Essen selber war hingegen so lala. Immerhin, es sah gut aus und war mit 1500 Yen (inkl. Getränk und Acai-Eis) auch nicht überzogen teuer.

Der Sonnenuntergang wurde leider von ein paar Regenwolken abgeschirmt.

Zurück war ich dann gegen 20h und ließ den ersten Tag dann mit zwei Japanern und Sake mit Eis und Tee im Hostal ausklingen.

Mal sehen was morgen so bringt. Da ist Weltuntergang angekündigt. Meine neuen Trinkkumpanen stellen in Aussicht, dass das ganze Inselleben ab Mittags runterfährt. Also keine Supermärkte, keine Restaurants. Sich etwas zu bevorraten schade nicht. Hmm, Mal sehen.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Määääääääääääm..bbbbbb…määääääääääm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s