Kuckuck, Kuckuck

Bericht vom 29.09.2016

„Kuckuck, Kuckuck, schallt’s aus dem Wald.“

Mit dieser Melodie werde ich morgens um 8h in meinem Zimmer geweckt. Ein wenig seltsam. Das gilt auch für die Curfew um 23h.

So war ich zeitig unterwegs. Ich wollte ohnehin das erste Boot um 9:30h auf dem Urauchi-Fluß hin zu zwei weiteren Wasserfällen nehmen. Da ich danach zu einem etwas abseits gelegenen Strand wollte, habe ich mir vorgenommen ein Moped auszuleihen. Hat ja letztes Mal ganz gut geklappt. Dieses Mal nicht. Siehe dazu auch den @4-Post.

Dann eben mit dem Fahrrad. Das sorgte natürlich für zeitliche Verzögerung und so schaffte ich erst das nächste Boot. Auf diesem Boot fährt man 8 km den Fluß aufwärts, bekommt einiges auf Japanisch erzählt und kann dann zu Fuß eine halbe Stunde zu einem Wasserfall laufen. Anschließen kann man nochmal eine Viertelstunde dranhängen und einen weiteren Wasserfall anschauen. Danach beginnt dann der 20 km Weg, der über die Insel führt.Wenn ich das da schon gewusst hätte, dann hätte ich vielleicht gezuckt. So ergab ich mich dem geplanten Weg und lief die Strecke brav ab.

Auf dem Weg gab es immer mal wieder kleinere Wasserfälle, die auch ziemlich idyllisch waren.

Ich wusste ja, dass ich zeitlich deutlich unter den angegebenen Zeiten bleiben würde und so war ich nicht überrascht, dass ich nach einem kurzen Marsch schon beim ersten Wasserfall war. Leider konnte man nicht runter gehen. Der Weg war (endlich mal eindeutig) gesperrt. Das ist er übrigens seit 2006. :-/

So ließ sich der erste Wasserfall nur aus der Ferne bestaunen.

2016-09-29-10-46-21_cut

Mariyudu-Wasserfall (マリユドゥの滝 Mariyudu-no-taki)

Dann kommt der zweite Wasserfall. Hier konnte man (mit einer kleinen Klettereinlage) ans Ufer.

Kanbirē Wasserfall (カンビレーの滝 Kanbirē-no-taki)

Auch schön, doch mit dem gestrigen hatte ich glaube ich schon den Vogel abgeschlossen. Ich habe irgendwie ein Talent die besten Sachen gleich zu Anfang zu machen.

Auf dem Rückweg fiel mir dieses Schild auf. Vielleicht sind das diese Killer-Schmetterlinge?

Da ich ordentlich Zeit gut gemacht habe, konnte ich ein Boot früher zurück nehmen und hatte vorher sogar noch Zeit für ein Bad im Fluß. Es war zwar etwas kälter als das Meer, aber Süßwasser ist schon was feines. Es trocknet, man klebt nicht, es riecht gut und wenn man aus Versehen einen guten Schluck nimmt, dann bereut man das auch nicht.

Da ich noch immer einige Minuten früher bin, kann ich auch ein früheres Boot zurücknehmen.

Auf der Rückfahrt offenbart sich dann, warum der Fluß auch als kleiner Amazonas bezeichnet wird.

Am Anleger zurückgekommen beneide ich alle, die nun motorisiert davon ziehen. Ich bilde mir ein, dass sie mir Mitleid zuwerfen als sie sehen welches kleine Stahlross mich nun weiterbringen soll. Aber ich habe keine Wahl und so geht es weitere 8 km auf dem winzigen Fahrrad zum einem kleinen Hafen am westlichen Ende von Iriomote. Dort sollte eine Fähre viermal täglich (wann bleibt das Geheimnis des LonelyPlanet, vielen Dank an dieser Stelle) nach Funauki abfahren. Ich hatte Glück und die nächste fuhr relativ günstig um 13:20h ab. Tatsächlich sogar um 13:18h. Wer in Japan nicht (über)pünktlich ist, der zahlt viel Lehrgeld.

Mit ordentlich Dampf, diesmal aber nur etwa 30 km/h, ging es zum secret getaway Strand, dem Ida-no-hama. Am Anleger angekommen wartete noch ein kurzer 10 Minuten Fußmarsch, unter anderem durch das Minidorf Funauki. Alles ziemlich runtergekommen. Nicht dreckig oder anstößig, aber einfach runtergekommen. Ungeordnet, Schrott liegt herum, schon komisch. Aber Augen zu und durch.

Funauki-Downtown

Und dieses Mal war es wieder echt traumhaft.

Also schnell ein schattiges Plätzchen gesucht, eincremen und abschnorcheln.

Meine Hüllen (Loksak – zu erwerben u.a. hier: https://www.globetrotter.de/shop/aloksak-aloksak-set-2-pcs-lanyard-264038-uni/ ) halten zwar meinen Reisepass, mein Handy und mein Geld trocken, aber Fotos kann man damit leider nicht machen.

Auch hier hätte es sich aber ohnehin nicht mehr gelohnt als auf Ishigaki. Vielleicht sind die Korallen hier toller gewesen. Aber immernoch finde ich, dass das alles recht tot aussieht. Vielleicht bin ich einfach verwöhnt. 🙂

Ida-no-hama, ein wunderschöner Strand.

In den letzten Strandminuten traf ich dann noch eine Polin, die hier auf der Insel arbeitete und sich ebenfalls dem Schnorcheln hingab. Als einzige offensichtliche Europäer erkennt man sich sogar über Kilometer an einem einsamen Strand. Schon lustig. Doch dann hieß es Abschied nehmen vom Strand.

Auf der Rückfahrt mit dem Boot stellte sich heraus, dass sie auch mit dem Fahrrad unterwegs war und wir denselben Weg hatten. Beide Fahrräder waren tatsächlich auch ohne Schlösse noch am Hafen und so gestaltete sich die Rückfahrt recht kurzweilig.

Aber 13km auf einem zu kleinen Fahrrad bleiben eben doch 13km.

An meiner Unterkunft angekommen beschlossen wir, uns am Abend wiederzutreffen und uns für die Arbeit des Tages mit kaltem Bier und etwas zu Essen zu belohnen.

Das gelang hervorragend und wir hatten einen fantastischen Abend mit vorzüglichem Essen: Fisch-Carpaccio und einige andere Leckereien, die man als Fusion-Küche bezeichnen könnte. Vielleicht sind einige dieser Einflüsse auf den riesigen US-Militärstützpunkt auf Okinawa zurückzuführen. Z.B. der Taco Rice klingt sehr nach kalifornischen/mexikanischen Einfluss. Alles war aber sehr lecker. Das gilt auch für das stets in gekühlten Gläsern servierte Bier.

Fisch Carpaccio

Taco Rice

Halb gegarter panierter Thunfisch mit Dip

Und das, obwohl der Reis verboten war. Jeder Reis. 🙂

Dazu kam ein spitzenmäßiger Sternenhimmel auf dem Heimweg und sogar ein wenig Wildlife.

Damit war dann der letzte Tag in Iriomote besiegelt und es war ein sehr versöhnlicher Abschluß, nachdem Megi mich solange in Ishigaki festgehalten hatte.

Morgen um 6:45h ist die Nacht zu Ende. Das Boot legt um 7:30h ab und ich müsste mal langsam alles zusammenpacken.

Note: Anna, if you read this soon enough, write me and let me know which places you were referring to when we were talking about going out in Osaka, I knew I should have taken notes right away, but I somehow missed that. Maybe it was the ice cold beer that got me distracted! 🙂

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Ein Gedanke zu “Kuckuck, Kuckuck

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